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Restaurierung
Antike Uhren des 19. und 20. Jahrhunderts

Restaurierung antiker Uhren
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Da nicht alle Uhren die letzten 100 Jahre schadlos überstanden haben, bilden Restaurierung und Reparatur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser schönen Zeugnisse früherer Handwerkskunst. Auch die gut erhaltenen Uhren im Sammlungsbestand sollten im Abstand von ca 6-7 Jahren gereinigt und frisch geölt werden, um eine einwandfreie Funktion und Genauigkeit zu gewährleisten.
Grundsätzlich ist die Technik der französischen Pendulenwerke überschaubar und folgt -unabhängig vom Hersteller- einem mehr oder weniger einheitlichen Standard, gleichwohl erfordert die Reparatur und Restaurierung der Werke Erfahrung und Sorgfalt im Umgang mit den empfindlichen und filigranen Einzelteilen und ist keine Aufgabe für ungeübte Hände.


Uhr vor der Restaurierung.
Die Überholung eines Werkes beginnt mit dem Zerlegen in sämtliche Einzelteile. Je nach Zustand ist eine mehr oder weniger intensive Reinigung erforderlich, unter Zuhilfenahme verschiedener Hilfsmittel. Üblichwerweise werden in einem ersten Arbeitsschritt die Zahnräder und andern Kleinteile in einem Ultraschallbad mit speziellen Uhrenreinigern entfettet und von groben Fremdstoffen befreit.
Die Messinplatinen und Trägerplatten werden von Hand poliert, die Zapfenlöcher mit Putzhölzern gesäubert und gegebenenfalls neu gefüttert.
Wichtiger Teil des Uhrwerkes sind die Antriebsfedern in den beiden Federgehäusen, die oftmals durch die Alterung des Fettes verklebt oder verharzt sind, was zu einem ungenauen Lauf der Uhr oder gar zum totalen Stillstand führen kann. Deshalb werden die Federn grundsätzlich ausgebaut, mit Lösungsmitteln gereinigt und mit einem alterungsbeständigen Spezialfett geschmiert.
Das Räderwerk wird nach dem Ultraschallbad nochmals geprüft und -soweit erforderlich- defekte Teile ersetzt oder gerichtet. Anschließend werden alle Wellenzapfen poliert unddie Zahnkerben mit Putzhölzern von eventuell verbliebenen Verunreinigungen befreit.
Nach dem Zusammenbau des Werkes werden noch die Lagerstellen mit einem hochwertigen synthetischen Uhrenöl geringer Viskosität geölt.


Uhr vor der Restaurierung.

Die Uhrengehäuse sind ebenfalls den chemischen und physikalischen Einwirkungen durch die Umwelt ausgesetzt. Oftmals tauchen diese in einem ausserordentlich desolaten Zustand auf, nachdem sie Jahrzehnte unbeobachtet in einem feuchten Keller oder staubigen Dachboden ausgeharrt haben.
Empfindlichste Bestandteile sind naturgemäß die Glasteile, wie zB. die Türen und Seitenfenster bei Glaspendulen. Hier muss von Fall zu Fall abgewogen werden, ob sich eine Erneuerung der facettierten Scheiben anbietet. Grundsätzlich wird bei antiken Uhren natürlich auch der Erhalt der Originalteile angestrebt, wo die Beschädigung gering ist, wird dies daher auch als Zeugnis eines langen Lebens toleriert.
Die Messingteile werden sämtlich von Hand poliert und gegen Anlaufen geschützt, Schrauben wo erforderlich erneuert oder Gewinde nachgeschnitten.

So instandgehalten können diese Uhren noch weitere hundert Jahre ihren Dienst verrichten und das Auge ihrer vielen, durch die Zeit wechselnden Besitzer erfreuen.